ARWA Zevar CS, SchH 1

 

Arwa Zevar

Als Du geboren wurdest regnete es die ganze Nacht.
Nicht weil es regnen sollte, sondern weil der Himmel
um den süessesten Stern weinte, den er verlor!

Deine Lebenskerze ist am 25. September 2000 -
viel zu früh und so unerwartet für uns - erloschen,
Dein Licht hier auf Erden hat für immer aufgehört zu leuchten.
Ein weiteres Sternchen hat die Reise in den Briard-Himmel angetreten.

Seither wissen wir, wie dem Himmel damals
- an Deinem Geburtstag - zumute war.
Leb wohl, ARWA. Du hast grosse Leere
in unseren Herzen hinterlassen, tiefen Schmerz
und unendliche Traurigkeit.
DANKE für das Licht und das Leben,
das Du uns in den wenigen Jahren,
in denen wir Dich begleiten durfte, gebracht hast.


HD A/A, SchH 1

22. April 1989 - 25. September 2000
Vater: Champ. KUBULA van't Wuitensnest (Tschechien/Import Belgien * Champion CZ)
Mutter: DWINA od Rezného potoka (Tschechien)

Arwa kam erst im Alter von viereinhalb Jahre zu uns. Wir hatten sie kennen und lieben gelernt, nachdem sie von unserem Sándor (Rec. Champ. SÁNDOR von Anitzberg) 1992 gedeckt worden war und am 20. Oktober 12 Welpen nach ihm warf. Jede Woche waren wir gemeinsam mit Freunden von uns bei Arwa und ihren Kindern und versorgten sie mit Futter. Arwa und ihre Welpen lebten in einem Keller, bei starkem Regen stand neben der Wurfbox das Wasser, Heizung gab es keine, überall rund um Arwa war nichts als Gerümpel, ...... Unvorstellbar, dass eine Hündin ihre Welpen unter solchen Bedingungen aufziehen musste. Scheinbar war nicht oft jemand bei Arwa, denn sie freute sich immer irrsinnig, wenn wir kamen und das war wohl auch der Grund, warum sie uns - obwohl sie uns nicht kannte - schon beim ersten Besuch (in der ersten Lebenswoche der Welpen) freudig begrüsste und wir ohne weiteres ihre Welpen anfassen und auch aus der Wurfkiste nehmen durften. Sie selbst genoss die Zuwendung, die wir ihr entgegenbrachten und die Streicheleinheiten - das war wohl normalerweise Mangelware für diese liebenswerte Hündin. Da einige Welpen dieses Wurfs nach Österreich kommen sollten, sorgten wir für das korrekte Kleben der Ohren, brachten den Welpen Spielsachen, lieferten auch die Wurmpräparate und sorgten für die Impfungen, damit wir sicher sein konnten, dass alle Hunde bis zur Abgabe die wichtigsten Impfungen hatten. Wir selbst nahmen eine Tochter von Arwa zu uns (Arwa Betkin dvor) - Weihnachten 1992 zog diese Hündin bei uns ein.

Der Kontakt zu Arwa riss nicht ab (zum Glück, denn so erfuhren wir von dem, was von ihrer Besitzerin geplant war). Wir hatten diese Hündin aufgrund ihrer Liebenswürdigkeit und ihres Vertrauens zu uns sehr ins Herz geschlossen. Nach einem weiteren Wurf von ihr erfuhren wir, dass sie eingeschläfert werden sollte, weil die Besitzerin mit ihr nicht den Erfolg in der Briard-Zucht hatte, den sie sich wohl erwartete, und niemand hatte diese Hündin nehmen wollen. Wir zögerten keinen Moment und holten Arwa ab, als ihre Welpen sieben Wochen alt waren. Sie stieg sofort ins Auto und drehte sich nicht mehr um, als ihre ehemalige Besitzerin sich von ihr verabschieden wollte. Das sagte uns sehr viel über das Verhältnis zwischen der Besitzerin und der Hündin.

Zu Hause angekommen wurde Arwa sofort einem gründlichen Bad unterzogen, was sie überhaupt nicht störte. Als sie dann mit unseren anderen Hunden zusammengebracht wurde, schaute sie kurz in die Runde und ging dann ohne zu zögern zu unserem Marko, anstatt zu einem der beiden Briards. Sie hatte mit Schäferhunden gelebt und das war wohl der Grund. Nach einem Spiel im Garten wollte sie in den Keller gehen, sie machte keinen Schritt ins Haus. Das zeigte, dass es ihr nie erlaubt gewesen war, das Haus ihrer ehemaligen Besitzerin zu betreten. Mit viel Zureden und vielen Leckereien konnten wir Arwa dann überzeugen, dass in unserem Haus jedes Zimmer für Hunde offen ist und dass sie sich überall bewegen kann. Die arme musste mit viereinhalb Jahren erst lernen, wie man auf Fliesenboden läuft. ......

Bis zu seinem Tod war Marko der unumstrittene Favorit von Arwa. Die beiden verband eine so innige Freundschaft, dass wir nach Marko's Tod Angst hatten, dass Arwa ihm vielleicht bald nachgehen würde. Zum Glück geschah das nicht, aber sie suchte sehr wohl einige Tage nach ihm.

Mit Arwa hatten wir unseren A-Wurfde la Maison du Garde-Barrière - nach unserem Sándor. Der Wurf war eigentlich später geplant, weil sie ja erst Welpen gehabt hatte, aber Sándor war schneller als wir und so passierte es. Sie warf 11 Welpen, vier davon leider totgeboren. Und nun zeigte sich, wie innig die Beziehung von Arwa zu Marko war: er durfte vom ersten Moment an ins Wurfzimmer und sich die Welpen ansehen, während Sándor und die Tochter Arwa B. angeknurrt wurden, wenn sie sich der Zimmertüre nur näherten. Marko war es dann auch, der immer dann einsprang, wenn Arwa ihre wohlverdienten Pausen von den Welpen machte und ihr auch bei der Erziehung der Welpen stets zur Seite stand.

Arwa war eine unkomplizierte, vorzüglich zu führende und verschmuste Hündin. Bekannte, Freunde und Fremde liess sie ins Haus, wenn einer von uns dabei war, aber sie zeigte ein ganz anderes Gesicht, wenn Bekannte oder Freunde, die schon im Haus gewesen waren, ohne uns das Gartentor öffneten und den Garten oder das Haus betreten wollten: sie wurden so lange bewacht, bis einer von uns kam und ihr sagte, dass alles in Ordnung sei. Nachts meldete sie jedes verdächtige Geräusch, blieb aber die Ruhe selbst, wenn nur jemand am Haus vorbeiging. Ihre grösste Leistung war, dass sie nachts einmal einen Schwelbrand im Haus gegenüber meldete, obwohl aufgrund der Witterungsverhältnisse alle Fenster in unserem Haus geschlossen waren. Diese Hündin hatte einen Instinkt, den keiner unserer anderen Hunde jemals hatte. Und ein weiteres Ereignis, das uns immer in Erinnerung bleiben wird: der Mann ihrer ehemaligen Besitzerin tauchte eines Tages unangemeldet auf. Er hatte - mangels Deutsch- und Englischkenntnisse - den Cousin seiner Frau dabei, der früher Arwa's Schutzhelfer gewesen war. Man wollte auf einmal Geld für Arwa, denn wir hatten ja einen Wurf mit ihr gehabt. Den Cousin begrüsste Arwa (sie hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihm gehabt, was ich selbst auch sehen konnte, wenn ich mit ihr zur Schutzarbeit in die Slowakei fuhr), aber der ehemalige Besitzer wurde böse angeknurrt und verbellt und bekam keine Chance, auch nur einen Schritt in den Garten zu machen, obwohl wir ihn zu einer Diskussion ohne weiteres eingelassen hätten. Damit war für den Herrn das Thema Geld für Arwa sehr schnell und überzeugend vom Tisch. Von da an haben wir nie wieder etwas von ihren ehemaligen Besitzern gehört oder gesehen.

Auch Arwa ist viel zu früh über die Regenbogenbrücke gerufen worden. Von einem Moment auf den anderen versagten am späten Abend des 24. September 2000 ihre Beine und sie konnte nicht mehr aufstehen und auch nicht mehr gehen, als wir versuchten, ihr zu helfen. Die ganze Nacht über verbrachten wir neben Arwa und am nächsten Morgen wurde der schwere Weg zum Tierarzt angetreten, um Arwa gehen zu lassen.

Ihr seid die besten Freunde im Leben gewesen, Du und Marko. Fünf Jahre und zehn Tage nach Eurer Trennung, seid ihr beiden wieder vereint - auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke. Wir sehen uns dort wieder ......... irgendwann ..........


Arwa's besondere Erfolge:

  • Am 31. Januar 1994 wirft Arwa nach Sándor (Rec. Champ. Sándor von Anitzberg) den A-Wurf für unsere Zuchtstätte de la Maison du Garde-Barrière (11 Welpen 5/6, 0/4 totgeboren, 4/1 schwarz, 1/1 fauve)
  • Im August 1993 kommt Arwa zu uns ins Haus

 

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