SAMBO de la Chaume du Bois Dieu

 

SAMBO FAUVE de la Chaume du Bois Dieu 

8. April 2001 - 13. April 2013
Vater: WS Multi-Champ. Sél. VOODOO du Noble Nid (Belgien * HD A/A, PRA-frei, SNB-frei * Champion Deutschland 2002, Weltsieger 2001, Champion Luxemburg/Frankreich 2001 * Sélectionnée Frankreich/Belgien 1999)
Mutter: XEBEC du Mas de Chantranne (Frankreich * HD A/A, SNB-frei)

Sambo kam erst im Alter von 11 Jahren zu uns. Seine Besitzer übersiedelten in eine Wohnung und wollten ihn nicht mitnehmen. Seine Züchterin Corinne suchte ausdauernd über lange Zeit jemanden, der diesen Senior nehmen würde, doch vergeblich. Als wir davon hörten, beschlossen wir, Sambo aufzunehmen, wenn es eine Möglichkeit gab, ihn irgendwohin nach Österreich zu bringen. So entschloss sich Corinne, dass sie ihn anlässlich ihrer Reise zur Welthundeausstellung in Salzburg mitbringen würde und holte ihn einige Tage vor ihrer Abreise von seinen Besitzern ab. Wie sie dort feststellen musste, war Sambo in einem erbärmlichen Zustand: er war zu dünn und sein Fell hatte Jahre lang weder ein Bad noch eine Bürste gesehen ...... und er stank furchtbar. Sein Gangwerk war schlecht, er hatte wohl einmal einen Unfall gehabt und war nie behandelt worden - und er hatte Arthrosen. Sambo hatte wohl auch nie etwas gelernt, er konnte nicht an der Leine gehen, kannte nicht einmal ein Halsband, konnte nicht spielen, er lebte im Freien und hatte nur in der Garage einen Unterschlupf OHNE Hundebett oder -decke. Bei ihr zu Hause angekommen fing Corinne an Sambo so gut wie möglich zu scheren, nur den Kopf schaffte sie nicht mehr vor der Abreise nach Salzburg, und sie konnte ihn nicht mehr baden. Am 19. Mai 2012 übernahm ich Sambo in Salzburg und fuhr umgehend mit ihm nach Hause. Er war sehr unruhig im Auto und Corinne hatte gesagt, die Leine solle während der Fahrt oben bleiben, weil er sich auf engem Raum nicht anleinen lasse.

Während der ersten Tage war Sambo sehr ruhelos und er getraute sich nur mit gutem Zureden ins Haus, lief aber schon bald wieder hinaus und verbrachte die meiste Zeit auf der Terrasse. Wir liessen also nachts die Terrassentüre offen, damit Sambo ein- und ausgehen konnte wie er wollte. Mit den anderen Hunden gab es von Anfang an kein Problem, die Chinese Crested wurden ihm sofort vorgestellt, die Briards einige Tage nach seiner Ankunft, und auch mit denen kam er gut aus. Dennoch wurde er von den anderen Hunden getrennt, wenn keiner nach ihm sehen konnte - einfach zur Sicherheit, weil er das ja nie gelernt hatte.

Gleich in den ersten Tagen hier wurde Sambo am Hals und Kopf noch geschoren, damit die letzten Filzmatten weg waren. Mit viel Geduld klappte es recht gut. Hatte er genug von der Schneiderei, stand er auf und ging und liess es weiter über sich ergehen, wenn er sich wieder hingelegt hatte. Da das Wetter sehr warm war, konnten wir ihm auch ein kleines und sehr dringend notwendiges Bad im Garten geben.

Gefressen hat Sambo zum Glück sehr gut vom ersten Tag an und er nahm ein wenig zu. Wegen seines körperlichen Zustands achteten wir aber darauf, dass er nicht zu dick wurde. Als er bemerkte, dass es Menschen gibt, die sich um ihn kümmern, fing er an zu bellen, wenn er etwas wollte. Und morgens spätestens um 7 Uhr forderte er lautstark sein Futter, egal ob wir noch schliefen oder nicht.

Ab dem Herbst akzeptierte Sambo, dass die Terrassentüre nicht mehr Tag und Nacht offen war und meldete sich, wenn er hinaus wollte. Er war ein liebenswerter, freundlicher Hund mit einem sehr guten Charakter. Mit der Zeit lernte er sogar spielen, was er sich von den anderen Hunden abgeschaut hat. An manchen Tagen bewegte er sich zu viel, was sich dann auf sein Gangwerk auswirkte. Man musste ihn zur Ruhe zwingen. Er hatte wohl so viel in seinem Leben versäumt, was er unbedingt nachholen wollte, ohne zu verstehen, dass es für seine angegriffenen Knochen und seinen nicht trainierten Körper nicht gut war. Er war so voll Energie wie ein junger Hund. Unser Tierarzt gab uns Depot-Tabletten, die Sambo zum Glück sehr gut vertrug und auch gut darauf angesprochen hat - sogar auf die halbe Dosis. So wurde sein Leben doch noch ein wenig lebenswert. Bald merkte kein Besucher mehr, dass dieser Hund erst bei uns eingezogen war.

Sambo ist uns sehr ans Herz gewachsen. Er genoss die Zuwendung, die er scheinbar sein ganzes Leben lang nicht bekommen hatte und trachtete immer danach, dass er einen von uns im Auge hatte, wenn er im Haus lag. Verlor er uns aus dem Blick, fing er an zu bellen und wartete, dass einer von uns beiden zu ihm kam. Im Garten war ihm egal, ob er alleine war oder nicht und da bellte er nur, wenn jemand am Gartenzaun vorbei ging.

Leider verschlechterten sich Sambo's Arthrosen über den Winter und so mussten wir die Tabletten-Dosis erhöhen. Wenn er Schmerzen hatte, brummte er und keiner der Hunde durfte ihm zu nahe kommen. Bald wirkte auch die maximale Dosis der Tabletten nicht mehr und Sambo reagierte bei Schmerzschüben aggressiv gegenüber den Hunden und auch gegenüber uns, wenn wir ihn beim Vorbeigehen anstreiften. Wir mussten daher - auch wenn es uns vollkommen widerstrebte - die sehr schwere Entscheidung treffen, den armen Burschen gehen zu lassen. Am 13. April 2013, nur 5 Tage nach seinem 12. Geburtstag, ging Sambo über die Regenbogenbrücke. Auch wenn er nicht lange bei uns war, so hat er doch - wie jeder andere der jemals hier war - ein Stück von unserem Herzen mitgenommen. Unser Trost ist, dass er nun erlöst ist und auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke mit all den anderen aus seiner Familie und denen von hier frei laufen kann. RIP süsser Sambo ......

Nicht einmal ein Jahr war es diesem tollen Rüden gegönnt, ein Leben zu führen, das er von Anfang an bei seinen vorigen Besitzern haben hätte müssen. Abgesehen von der Tatsache, dass sie diesen Hund einfach los werden wollten, weil er nicht mehr in ihr Leben passte, hatten sie gänzlich versagt ihm ein schönes Leben zu bescheren. Solche Menschen sollten sich ein Plüschtier nehmen.

Unser Dank geht an Corinne dafür, dass sie uns vertraute und - wenn auch nur für kurze Zeit - diesen Hund aus ihrer Zucht hierher kommen liess. Wir hoffen, wir haben Sambo im Laufe der knapp 11 Monate bei uns wenigstens einen winzigen Teil dessen wiedergegeben, was er sein Leben lang nicht haben konnte. Gewünscht hätten wir uns, dass ihm noch mehr Zeit geblieben wäre, um von uns verwöhnt zu werden und uns zu begleiten ......

 

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